Risiken eingehen, Experimente wagen – Wie du Innovation zur Routine machst

Nicolas Dittberner
Apr 25, 2017

Kreativ sein, Experimente wagen, Risiken eingehen – die meisten Unternehmen würden wohl zustimmen, dass diese Haltung wichtig für Erfolg und Innovation ist. Die Realität sieht oftmals jedoch anders aus. In vielen Unternehmen herrscht eher die Angst vor Fehlern oder vorm Scheitern. In unserem Artikel erfährst du, wie du und dein Team mit Mut zum Risiko Innovationen ermöglicht.

Risiken eingehen, mehr Experimente wagen – Wie du Innovation zur Routine machst

Angst vor Fehlern = Angst vor Innovationen

Die Angst vor Fehlern ist, etwas weitergesponnen, die Angst vor Innovationen – vor Veränderungen oder einer ungewissen Zukunft. Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen, erfordert nämlich eine neue Sichtweise – ein Umdenken. Viele Menschen vermeiden ungewisse Situationen aus Angst vor dessen Ausgang für sich und andere. Jedoch erzwingen diese Situationen neue Lösungsansätze und innovative Gedankengänge.

Gerade in Deutschland ist der Wunsch nach Routine und Verlässlichkeit sehr groß. Nach dem Zweiten Weltkrieg bedurfte es enormer Kraft und Disziplin das Land wieder aufzubauen. So haben sich Charaktereigenschaften wie Disziplin und Gehorsam bei vielen Menschen der Nachkriegszeit entwickelt. Dieses Denken ist vereinzelt immer noch anzutreffen, daher fällt es der breiten Masse in Deutschland schwer sich von gegenüber Veränderungen zu öffnen.

So verständlich diese Furcht ist – sie bringt weder dich, noch die Kollegen in deinem Team oder dein Unternehmen insgesamt weiter. Um wirklich innovative Lösungen für deine Herausforderungen zu finden, solltest du und dein Team Risiken und Experimente zur Routine machen. Hier sind zwei Ansätze, die dir dabei helfen.

Ideenvielfalt fördern, Innovation belohnen

In vielen Unternehmen herrscht die Auffassung vor, dass es für jedes Problem eine richtige Lösung gibt. Schulen und Universitäten fördern diese Haltung oftmals. Allerdings können so kaum innovative Ideen entstehen. Denn bei den meisten Herausforderungen gibt es viele verschiedene Wege, ihnen zu begegnen. Wer innovativ sein möchte, braucht daher die Fähigkeit, möglichst viele unterschiedliche Perspektiven auf ein Problem zu gewinnen. Teams sollten dabei ohne die berühmt-berüchtigte „Schere im Kopf” vorgehen. Viel produktiver ist es, zunächst alle Ideen und Vorschläge zuzulassen, zu testen und zu belohnen.

Dazu ist ein anderes Denken, eine andere Fehlerkultur notwendig. Führungskräfte und Angestellte sind hier gleichermaßen gefragt: Sie sollten sich jeden Tag darum bemühen, diesen spielerischen, neugierigen Ansatz immer wieder mit Leben zu füllen. Dabei können bestimmte Routinen hilfreich sein. Nutze beispielsweise folgenden Ansatz: Für eine Herausforderung muss jedes Team nicht ein oder zwei Ideen finden, sondern gleich fünf, zehn oder fünfzehn – so abwegig sie auf den ersten Blick auch zu sein scheinen. Vermeide die bekannte “Das-haben-wir-schon-immer-so-gemacht-Mentalität” und schaffe Raum für Innovationen, mehr Produktivität oder neue Ansätze. Positives Feedback, Anerkennung und Belohnungen sind dabei sehr wichtige Anreize für dein Team.

Testen, verwerfen, weitertesten

Hat ein Team viele Ansätze generiert, sollte es die vielversprechendsten möglichst schnell testen. Deutsche Unternehmen tun sich hier oftmals schwer, scheuen den Aufwand oder die Kosten – oder beides. Dabei müssen Tests gar nicht aufwändig sein. Die Innovationsmethode Design Thinking verwendet zum Beispiel Prototypen zum Testen eines Lösungsansatzes. Ein solcher Prototyp kann eine schnelle Skizze auf einem Post-it sein, ein grobes Modell aus zusammen gesammelten Einzelteilen oder eine weitgehend ausgearbeitete Lösung.

Die Idee dahinter: Wer mit dem Testen wartet, bis er ein fertiges Produkt oder eine ausgearbeitete Dienstleistung vorweisen kann, benötigt viel Zeit und oft auch Geld – ohne die Sicherheit, dass die gefundene Lösung die Bedürfnisse der Zielgruppen erfüllt. Wer seine Ideen schon nach kurzer Zeit mit den Stakeholdern ausprobiert, erhält sehr schnell wertvolles Feedback – und kann seine Idee daher mit relativ geringem Ressourceneinsatz stetig verbessern.

Angst vor Fehlern ist Gift für Innovation. Auf gute Ideen kommst du nur, wenn du neugierig bleibst, kein Risiko scheust und Experimente wagst – zum Beispiel bei der Verwirklichung deiner eigenen Geschäftsidee.