Programmieren ist sein USP: Victor Thoma im Interview

Leah Wiedenmann
Apr 7, 2017

Das BWL-Studium hat ihn stark geprägt: Als freiberuflicher Projekt Management Consultant hält Victor Thoma stets die wichtigen Zahlen im Auge. Um sich von seiner Konkurrenz abzuheben, absolvierte der 24-jährige das Programmieren für Anfänger Nanodegree-Programm: Seine neuen Programmierkenntnisse helfen ihm vor allem, in der Kommunikation mit Entwicklern und Agenturen. “Jetzt verstehe ich, wie ein Entwickler denkt und kann somit seine Sprache sprechen.” Ein Interview mit Nanodegree-Absolvent Victor Thoma.

Victor Thoma, Nanodegree-Absolvent und freiberuflicher Projekt Management Consultant in Berlin Victor Thoma, Nanodegree-Absolvent und freiberuflicher Projekt Management Consultant in Berlin

Udacity: Victor, schön, dass du da bist! Könntest du dich kurz vorstellen?

Victor Thoma: Ich heiße Victor Thoma, bin 24 Jahre alt und arbeite als Freelancer in der Digitalszene. Vom Background her bin ich BWLer, habe vorher schonmal selbst gegründet und vor Kurzem das Programmieren für Anfänger Nanodegree-Programm bei euch abgeschlossen.

U: Du warst damals beim Fireside-Chat mit Sebastian Thrun in Berlin dabei. Warum hast du dich danach für Udacity entschieden?

VT: Ich habe bereits vorher mit dem Gedanken gespielt mich bei Udacity anzumelden, um meine Kenntnisse im Bereich der Programmierung zu erweitern. Der Talk war letztlich nur noch das Zündlein an der Waage und hat mir die Entscheidung noch etwas leichter gemacht. Wenn Gründer, und ganz besonders Sebastian Thrun, von Ihrer Mission erzählen, dann motiviert mich dies umso mehr sie bei Ihrer Mission zu unterstützen. Im Vergleich zum Wettbewerb, hatte Udacity für mich ein paar entscheidende Vorteile. Die gute Struktur des Nanodegrees gibt klare Meilensteine vor und hat mir in der eigenen Zeitplanung geholfen. Auch das Geschäftsmodell hat mir zugesagt. Kein übermäßig hoher Einmalbetrag, sondern eine gestückelte monatliche Belastung, die nebenbei noch einen Anreiz zum schnellen Abschluss bietet.

U: Wo arbeitest du zur Zeit? Wie helfen dir deine Programmierkenntnisse als Nicht-Programmierer?

VT: Als Freelancer bin ich für unterschiedliche Kunden tätig. Einer meiner längsten und größten Auftraggeber ist das ERGO Digital Lab in Berlin. Ich bin dort meistens 3 Tage pro Woche tätig und leite unterschiedliche Innovationsprojekte. Zur Zeit kümmere ich mich um den Einsatz von Chatbots im Bereich Customer Service. Meine Programmierkenntnisse helfen mir vor allem in der Kommunikation mit Entwicklern und Agenturen. Jetzt verstehe ich, wie ein Entwickler denkt und kann somit seine Sprache sprechen. Zusätzlich kann mir ein Programmierer nicht mehr so leicht ein X für ein U vormachen.

U: Inwiefern hat dich dein BWL-Studium auf deinen jetzigen Beruf vorbereitet? Was hast du nach Abschluss eigenständig dazugelernt?

VT: Mein Studium hat mich sehr stark geprägt: Durch den BWL Hintergrund behalte ich immer die wichtigen Zahlen im Auge. Dies hilft mir in meiner jetzigen Rolle in der Bewertung von Geschäftspotenzialen. Letztlich geht es nämlich nicht nur darum, ein Innovationprojekt als Selbstzweck zu machen, sondern Innovationen müssen sich am Ende auch immer rechnen. Leider ist es häufig so, dass sich die Geschäftswelt schneller entwickelt als die Universitätswelt. Daher gibt es viele neue Arbeitsmethoden (Lean Start-Up, Jobs to be Done, etc.), die in den meisten Lehrplänen noch nicht angekommen sind. Um hier auf dem aktuellen Stand zu bleiben, habe ich mein Wissen bezüglich der neuesten Arbeitsmethoden und auch fachfremden Themen wie UX Design erweitert.

U: Was waren für dich die größten Vor- und Nachteile des Online Lernens?

VT: Einer der größten Vorteile des Online Lernens ist sicherlich die Flexibilität. So kann ich mein Lernpensum individuell an meine Arbeitsbelastung anpassen und in der einen Woche vielleicht 10 Stunden investieren, aber in der darauffolgenden Woche keine einzige. So kann man sich auch neben der Arbeit einfach weiterbilden und braucht sich keine Sorgen um fixe Prüfungstermine, Lehrveranstaltungen, etc. zu machen. Größter Nachteil ist in meinen Augen der fehlende persönliche Kontakt zu Kommilitonen. Man hat zwar Zugriff auf die Udacity Community und bekommt bei Bedarf auch die nötige Unterstützung, aber es fehlt einfach der enge zwischenmenschliche Kontakt. In meinem Studium habe ich meine engsten Freunde gewonnen und das geht beim Online Lernen leider etwas verloren.

U: Was würdest du angehenden BWLern besonders ans Herz legen?

VT: Ich bin der festen Überzeugung, dass alleine BWL Kenntnisse in Zukunft nicht mehr ausreichend sein werden. Insbesondere wenn man eine Tätigkeit im digitalen Umfeld anstrebt und nicht bereits über 20 Jahre Branchenwissen verfügt. Um in Zukunft leitende Funktionen ausüben zu können, wird man zumindest ein gewisses Grundverständnis im Bereich der Programmierung mitbringen müssen. In meinen Augen wird die Schnittstelle zwischen BWL und IT an Bedeutung enorm zulegen und wer noch eine Spezialisierung für sich sucht, ist hiermit gut beraten.

U: Hast du einen Tipp, den du angehenden Kursteilnehmern mit an die Hand geben würdest?

VT: Wer sich noch nicht ganz sicher ist, ob das Thema wirklich zu einem passt, dem möchte ich noch folgenden Tipp mit an die Hand geben: Wer sich ein gewisses Maß an strukturiertem Denken zuschreibt und eine Affinität zur Mathematik hat, der wird hiermit sicherlich viel Spaß haben. Die Projekte sind herausfordernd, aber nicht unlösbar und ein abgeschlossenes Nanodegree hilft allen Fachfremden sich von Ihrer Konkurrenz zu differenzieren.

Wie differenzierst du dich von deiner Konkurrenz?

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