Künstliche Intelligenz vs. Künstliches Bewusstsein – Kann eine Maschine Bewusstsein erlangen?

Nicolas Dittberner
Apr 12, 2017

Mit Künstlicher Intelligenz (KI, engl.: Artificial Intelligence, AI) befassen sich Forscher bereits seit den 50er Jahren. Inzwischen ist sie in vielen Lebensbereichen angekommen: zum Beispiel wenn Facebook jemanden zum Taggen in einem Foto vorschlägt oder wenn Streaming-Dienste wie Netflix für schnellere Ladezeiten mittels AI sorgen. Aber auch in der Smart Factory, der digitalisierten Fabrik, ist Künstliche Intelligenz am Werk, wenn etwa vernetzte Roboter den Großteil der Produktion erledigen. Maschinen werden dank KI immer leistungsfähiger. Doch wie steht es um den Zusammenhang von Künstlicher Intelligenz und Bewusstsein? Können Maschinen ein Bewusstsein von sich selbst erlangen?

Künstliche Intelligenz vs. Künstliches Bewusstsein – Kann eine Maschine Bewusstsein erlangen?

Künstliche Intelligenz vs. Künstliches Bewusstsein

Die beiden Begriffe sind miteinander verwandt, bedeuten aber nicht dasselbe. Mit Künstlicher Intelligenz ist im Allgemeinen ein Teilgebiet der Informatik gemeint, das die Mechanismen des intelligenten menschlichen Verhaltens erforscht. Dazu setzen die Wissenschaftler Computerprogramme ein, um die Funktionen des menschlichen Gehirns möglichst genau nachzubilden. Dies geschieht etwa mit künstlichen neuronalen Netzen. Sie ermöglichen es Robotern, Informationen auf stets neue Weise zu verknüpfen. Das ist der Vorgang, den wir üblicherweise als „Lernen“ bezeichnen.

Manche Forscher gehen davon aus, dass Bewusstsein nicht mehr ist als die Summe aller Gehirnfunktionen. Stimmt dies, müssten sich auch Roboter mit Bewusstsein erzeugen lassen – Roboter also, die Gefühle und Empfindungen haben. Bill Gates und Stephen Hawking etwa glauben, dass die Erschaffung solch „superintelligenter“ Maschinen mit sozialen Fähigkeiten möglich sei, und warnen davor.

Kann es Künstliches Bewusstsein geben?

Allerdings liegt in dem Begriff des Bewusstseins ein Problem: Es besteht in den Wissenschaften keineswegs Einigkeit darüber, was genau damit gemeint ist. Die Philosophie etwa kommt zu anderen Ergebnissen als die KI-Forschung. Ist das „Ich“ eine Meta-Ebene, die die einzelnen Vorgänge in den unterschiedlichen Gehirnzentren aus einer höheren Warte betrachtet, wie manche Forscher behaupten? Andere Wissenschaftler wiederum bestreiten, dass es solch eine Funktion des Gehirns gibt.

Haushaltsgeräte mit Gefühl

Fest steht: Es existieren bereits Roboter, die lernen, indem sie mit ihrer Umwelt interagieren. Der Humanoide „COG“ etwa, ein Projekt des Massachusetts Institute of Technology (MIT), hat sich auf diese Weise das Jonglieren mit einer Metallspirale beigebracht. Doch selbst sein Erfinder Rodney Brooks spricht im Fall von „COG“ nicht von Bewusstsein. Andere Roboter sind jedoch bereits in der Lage, Emotionen zu erkennen und auszudrücken.

Kismet zum Beispiel wurde bereits 1997 entwickelt, ebenfalls am MIT. Der Roboter lernt, ähnlich einem Kind, indem er Informationen sammelt und Verhalten nachahmt. Doch auch in diesem Beispiel ist fraglich, ob Kismet so etwas wie Bewusstsein besitzt. Emotional intelligente Maschinen könnten, so die Idee, zum Beispiel in der Kranken- und Altenpflege eingesetzt werden. Als einer der Zukunftstrends gilt in der Szene das sogenannte Affective Computing, also das gefühlvolle Rechnen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Spracherkennung. So könnten Assistenten wie Amazons Alexa möglicherweise am Tonfall erkennen, ob der Benutzer beispielsweise wütend ist. Im Smart Home, also dem vernetzten Eigenheim, reagieren dann die Haushaltsgeräte auf den Gemütszustand ihrer Besitzer und finden aufmunternde Worte für einen traurigen Bewohner.

Keine Zukunft ohne intelligente Roboter

Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz schreitet in Riesenschritten voran. Für das Künstliche Bewusstsein gilt das bisher noch nicht. Klar ist aber schon heute, dass eine Zukunft ohne intelligente Roboter kaum vorstellbar ist – wie auch immer man den Begriff definiert.

Künstliche Intelligenz und Künstliches Bewusstsein werden also immer wichtiger. Wer an diese spannende Entwicklung mitgestalten möchte, sollte sich unseren Nanodegree „Ingenieur für Künstliche Intelligenz” einmal genauer ansehen.

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