Die Unternehmenskultur der Zukunft - Tipps für das Führen 4.0

Leah Wiedenmann
Apr 13, 2017

Stabilität bedeutet heute Innovation: Nur wer flexibel ist und sich neuen Entwicklungen öffnet, bleibt konkurrenzfähig. Marktführer werden mittlerweile dreimal schneller von der Konkurrenz verdrängt als früher. Moderne Führungskräfte ziehen daraus Konsequenzen – und setzen auf Führen 4.0. Hier sind 8 wichtige Skills und Tipps für eine Unternehmenskultur der Zukunft.

Die Unternehmenskultur der Zukunft - 8 Tipps für das Führen 4.0

1. Setze auf emotionale Resonanz statt Autorität

Die Zeiten autoritärer Führungsstile sind längst vorbei. Mitarbeiter wollen wertgeschätzt und als wichtiger Teil eines Teams anerkannt werden. Wenn du den Mitarbeitern diese Wertschätzung zeigst, werden sie sich emotional stärker im Unternehmen engagieren. Führen 4.0 bedeutet Impulse statt Richtlinien, Partnerschaft statt Hierarchie.

2. Reagiere auf den gesellschaftlichen Wandel

Alter, Herkunft und Interessen von Mitarbeitern unterscheiden sich zunehmend. Die Unternehmensführung muss darauf reagieren, Chancengleichheit garantieren und Kooperationen zwischen einzelnen Interessengruppen ermöglichen. Dazu gehört auch die Sensibilität, neue Konflikte angemessen moderieren und lösen zu können.

3. Sammle und entwickle Talente

Mitarbeiter haben viele versteckte Talente, die dem Unternehmen nützen könnten. Vordenker setzen bereits auf freiwillige Kompetenz-Datenbanken, in denen die Belegschaft ihre Fähigkeiten eintragen können. So profitierst du als Führungskraft von den besonderen Skills: zapfe den Wissenspool an, ermutige und entwickle die Talente. So ermöglichst du Innovationen, für die du sonst externe Berater und Experten bezahlen müsstest.

4. Öffne Teamstrukturen

Das Denken in veralteten Mustern – das berüchtigte Silodenken – wird kaum innovative Ideen fördern. Breche alte Teamstrukturen auf, um frischen Input zu ermöglichen. Neue Mitglieder aus unterschiedlichen Abteilungen hinterfragen die festgefahrenen Denk- und Verhaltensmustern eines Teams und helfen, daraus auszubrechen. Wer mutig ist, öffnet sich für fremde Unternehmen verschiedener Branchen, tauscht Best Practices aus und profitiert von einem ungefilterten Blick auf die eigene Arbeit.

Digitalisierung der Arbeitsformen bedeutet Demokratisierung von Wissen. Damit aber fällt ein wesentliches Merkmal von Führung in der Industriegesellschaft weg; das Ausnutzen eines Informationsvorsprungs, um ein Team entsprechend zu führen. Führung im digitalen Zeitalter bedeutet dagegen, menschliche Werte vorzuleben, transparent zu agieren, auf Augenhöhe zu kommunizieren und jedes Teammitglied partizipieren zu lassen. Die größte Herausforderung für Führungskräfte ist damit heute, die Ellbogen einzufahren und Empathie zu leben.

– Dr. Ole Wintermann, Projektmanager, Redner und Blogger bei zukunftderarbeit.de

5. Vertraue deinen Mitarbeitern

Vertrauen ist einer der wichtigsten Aspekte erfolgreicher Unternehmensführung. Mitarbeiter rechtfertigen es durch bessere Leistungen, mehr Eigenverantwortung und ein angenehmes Arbeitsklima. Darüber hinaus ermöglicht der geringe Kontrollaufwand mehr Zeit für neue Ideen und Entwicklungen.

6. Ermögliche Flexibilität

Immer mehr Arbeitnehmer wollen sich davon befreien, zwischen Familie und Karriere wählen zu müssen. Die Nachfrage nach Homeoffice, Teilzeitmodellen und längeren Auszeiten steigt und verlangt ein Umdenken bei den Führungskräften. Arbeit 4.0 entwickelt sich von einem anwesenheits- zu einem ergebnisorientierten Ansatz der Zukunft.

7. Etabliere eine Fehlerkultur

Der Satz „Das haben wir noch nie so gemacht!“ verhindert Innovationen und schürt Angst vor Experimenten. Führen 4.0 heißt jedoch, Freiräume für Neues zu bieten. Eine produktive Fehlerkultur hilft den Mitarbeitern dabei, mehr zu wagen und so das Unternehmen voranzubringen.

8. Nutze die Digitalisierung

Bei der Umsetzung vieler dieser Aspekte ist die Digitalisierung unersetzlich. Moderne Tools helfen bei der Kommunikation (Slack, Allo), beim Wissensmanagement (Confluence, Memonic) sowie bei der Projektplanung und -arbeit (Asana, Basecamp). Führungskräfte sollten Skills in diesen Bereichen entwickeln, um die Kooperation zwischen Teams zu fördern, Unternehmensziele für alle transparent zu machen und ein flexibles Arbeitsumfeld zu schaffen.

Eine veraltete autoritäre und nur profit-orientierte Führungskultur ist heute nicht mehr tragbar. Mit Geld und Statussymbolen gewinnst du kaum noch junge Fachkräfte. Teamstimmung, Wertschätzung, Sinnhaftigkeit der Arbeit sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf motivieren moderne Mitarbeiter. Das Unternehmen 4.0 muss das kommunizieren – und auf allen Ebenen vorleben.

Die Digitalisierung der Märkte zwingt Unternehmen und Führungskräfte dazu, sich und ihre Produkte täglich zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Eine der wichtigsten Bausteine dafür: die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen.