Up in the air! Wie Udacitys Programm zum autonomen Fliegen die Stadt von morgen prägen wird

Paul Hofmann
Sep 19, 2017

Je älter wir werden, desto tiefer wir in die Zukunft schreiten, desto kostbarer werden die Erinnerungen der Kindheit. Eine der erwärmendsten, für viele von uns: Doc Brown, der im DeLorean entschwebt — zurück in eine Zukunft voller selbstfliegender Automobile.

2015 feierte die Welt Browns Ankunft. Nur eben mit Smartphones und anderen fortschrittlichen künstlichen Intelligenzen hantierend, statt im fliegenden Auto.


Screenshot Zurück in die Zukunft Flying DeLorean

„Straßen? Wo wir hinfahren brauchen wir keine Straßen”, sagt Brown. So irreal dieser Satz auch heute noch klingen mag: Er ist es nicht. Vor hundert Jahren haben wir den Personennahverkehr unter die Erde verlegt, heute – wo wir bereits für wenige Hundert Euro Drohnen kaufen, die Erstaunliches vollbringen können – verfügen wir über die Technologien, ihn in die Luft zu bringen.

+++ Udacity sieht Zukunft und Gegenwart der Mobilität: Seit heute mit einem weiteren Nanodegree-Programm, dem Flying Car Nanodegree-Programm. Mit Beginn des Jahres 2018 erproben die Lernenden die neusten Technologien autonomen Fliegens. Sie eignen sich die Software-Skills und ein konzeptuelles Verständnis für selbstfliegende Systeme wie Quadrocopter und Drohnen an – und lernen heute, was Flugunternehmen morgen suchen.+++


Diese Einführung ist auch eine Einzahlung auf die Umwelt, den Verkehr und die Sicherheit des Luftverkehrs.


Umwelt und Verkehr

Von künstlicher Intelligenz geflogene Taxis als Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln, um den urbanen Raum zu öffnen – ein Traum, der nicht nur von Hollywoodfilmen und Utopisten, sondern von ganz realen Nöten betrieben wird: Die Zukunft urbaner Mobilität muss ganz einfach anders gedacht werden, wenn die urbanen Räume weiter wachsen wie bisher.

In Deutschland etwa leben bereits rund 31 Prozent der Bevölkerung in Großstädten (> 100.000 Einwohner). Tendenz: steigend. Auch global nimmt die Zahl der Megacities mit über zehn Millionen Einwohnern beständig zu. Ihre Straßen werden im Pendelverkehr zwischen Wohnsitz, Arbeitsplatz und Privatunternehmungen zunehmend unpassierbarer. Die Rushhour wird zum Normal. Ein Ausweg scheint neben smarteren Fahrzeugen der Luftverkehr, um das Konzept autonomer Mobilität runden.

Logistiker wie Amazon testen die autonomen Fluggeräte bereits zu Lieferzwecken. Auch Uber will einsteigen und das Dronesharing binnen zehn Jahren in die städtische Luft bringen. In Dubai, das bereits das größte Netz fahrerloser U-Bahnen betreibt (wie auch Nürnberg eine betreibt), gelten Drohnen als Schlaglicht einer ambitionierten Strategie zur Förderung autonomer Mobilität.

Allabendlich schieben sich im Emirat Fahrzeugkolonnen über Highways mit bis zu 16 Spuren. Der chinesische Hersteller Ehang meldet vor Ort, dass sich der Verkehr ihrer emissionsfreien Menschendrohnen bereits bei Wüstenhitze und Wind bewährt hätte, nur während eines Gewitters aussetzen müsse.

Weltweit experimentieren etliche Hersteller wie Airbus oder die deutsche Firma E-Volo mit größeren, autonomen Drohnen für den Personen- und Gütertransport. Anders sei der Verkehr in den Megastädten von morgen nicht mehr in den Griff zu bekommen, so Airbus.

Das Unternehmen entwickelt derzeit eine Plattform mit dem Namen Vahana (Sans­krit für Fahr­zeug), die in der Lage ist, Flugmaschinen für Personen- und Güterverkehr herzustellen. Projektlei­ter Rodin Lyas­off ist op­ti­mis­tisch: „Schon in zehn Jah­ren könn­ten wir den Stadt­ver­kehr re­vo­lu­tio­nie­ren.“ Air­bus pro­phe­zeit auch, dass ein Flug nicht teu­rer als eine nor­ma­le Ta­xi­fahrt, gleich­zei­tig aber "nach­hal­ti­ger und auf­re­gen­der“ werde.

+++Smart Mobility und die Smart City werden auch in unseren Datenprogrammen großgeschrieben. Eine gute Einführung bekommt ihr im Data Foundations Nanodegree-Programm, das in drei Monaten einen optimalen ersten Schritt zur Datenkundigkeit (Kalkulation mit Excel, Datensätze in SQL, Visualisierung mit Tableau) darstellt.+++


Sicherheit

Die Aufregung ist ein Punkt, der viele an der Alltagstauglichkeit unbemannter Flugobjekte zweifeln lässt.

Autonome Fluggeräte stehen sich wie ihre Verwandten vom Boden vor der Hürde, wie sie auf ungewohnte Situationen reagieren, Situationen also, die nicht ausreichend per Datensatz gedeckelt sind. Das große Vertrauen in menschliche Piloten besteht in deren jahrelanger Erfahrung und Routine, die in solchen Situationen zum Einsatz kommt. Der Berliner Digitalverband Bitkom hat knapp tausend Passagiere gefragt, ob sie in einem Flugzeug mitfliegen würden, das nicht von einem Piloten, sondern von einem Computer gesteuert wird.

Ergebnis: Neun von zehn glaubten nicht, dass eine Software die Erfahrung eines Piloten ersetzen kann. Es wird also darum gehen, Systeme zu entwickeln und einzusetzen, die ständig fehlerfrei arbeiteten. Natürlich sind auch die Maschinen Störeinflüssen ausgesetzt und haben ihre Unwägbarkeiten wie Programmierfehler oder Hacker-Angriffe.

Dabei fliegen schon heute viele Flugzeuge mit einem Autopiloten – und dabei hochsicher. Der Pilot konzentriert sich überwiegend auf die Überwachung der Abläufe, während die Technik nicht nur zum Fliegen in der Lage ist, sondern auch dazu, menschliches Versagen (90 Prozent der Fehler bei Flugunfällen gingen auf menschliches Versagen zurück, Schlechtwetterprobleme oder Triebwerksausfälle vorherzusehen, abzuwenden oder zu moderieren. Flugingenieure als traditionell drittes Cockpit-Mitglied wurden bereits in den achtziger Jahren aus den Crewplänen gestrichen, als die technische Kontrolle automatisiert und im Overhead Panel integriert wurde; ein dritter Pilot ist heute nur noch auf Langstreckenflügen an Bord.


+++ Mehr von Udacity zweiwöchentlich ins Postfach? Hier für den Newsletter anmelden!+++


Entwicklungen, die auf eine Zukunft zeigen, die von fliegenden Autos bestimmt wird. Ohnehin hängt die Zukunftsversion Aeroautonomie weniger von technologischen Voraussetzungen ab. Im Januar 2015 sagte John Tracy, Boeings CTO, auf einem Pannel der SciTech Conference:

“Einige unserer Fracht-Kunden fragen bereits nach autonomen Flugsystemen und wir sind total überzeugt, dass die technologischen Werkzeuge dafür bereitstehen. Bei allem Respekt für die Personenluftfahrt: Kein Zweifel, dass die Probleme des autonomen Fliegens bereits weitgehend gelöst sind. Es ist lediglich eine Frage der Zertifizierung, der Regulatoren, und - vor allem – der öffentlichen Wahrnehmung."

Vergessen wir nur nicht, dass Realität immer auch Träumen und Utopien entwächst – und dass wir bereits seit 32 Jahren auf Marty McFly warten. Zurück in die Zukunft, mit Udacitys Flying Car Nanodegree-Programm.



Foto: Unsplash/Marleen Trommelen